Artikelschwund.

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Sag ich letztens: "Ich gehe kurz in Keller." Und merke es sofort: Jetzt ist mir doch tatsächlich der Artikel abhanden gekommen. Ein schöner gebeugter Artikel oder vielleicht ein Personalpronomen. Ich erschaudere kurz. Peinlich. Sprachmächtige und Vokalpfleger, hört auf mit dem Schludern!

Herzflimmern.

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Es gibt sie noch, die magischen Orte. Draußen: eine Neuköllner Fassade, an der Verkehr vorbeibraust. Drinnen: ein Palast für Herz und Augen. Das Neue Off steht seit der Weimarer Republik hier, war mal ein Sexkino und wurde 1979 wieder zu alter Größe wachgeküsst. Wie heißt es so schön im Trailer: "Im richtigen Kino bist du nie im falschen Film."

Gehirnnahrung.

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Neulich am Hauptbahnhof Berlin. Zwischen Plombenziehern und Schokoriegeln: eine Portion Hirnschmalz im Taschenformat für einen Euro. Wer noch mehr Hunger auf Inhalte hat, kann die Bücher auch online bestellen: SuKuLTuR

Pariser Nachtgedanken.

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"Was soll ich tun?" Diese Frage stellte sich mir beim Händewaschen im WC des bekannten Pariser Cafés Les Philosophes. Hier im vierten Arrondissement habe ich mir im letzten Jahr keine tiefschürfenden Gedanken beim Blick in den Spiegel gemacht. Nach dem 13. November diesen Jahres ist alles anders. Was wäre, wenn ich im elften Arrondissement gewesen wäre? Was, wenn ich danach in einem Konzertsaal gesessen hätte? Was soll ich tun? Frédéric Begbeider ringt auch um Antworten: hier.
© 2015 Harald Gasper